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Der Work-Life-Balance-Akt: Tipps für gesünderes Arbeiten

Weltweit sorgen neue Arbeitsmodelle für mehr Produktivität von Unternehmen. Dafür aber vernachlässigen Mitarbeiter immer öfter ihr Privatleben. Wie lässt sich die richtige Work-Life-Balance finden?

Burning the Midnight Oil Again

Bereits im 17. Jahrhundert gebrauchten die Briten die Phrase „Burning the midnight oil“, übersetzt „das Mitternachtsöl verbrennen“. Obwohl wir längst keine Kerzen oder Öllampen mehr benutzen, hat die Redewendung sich bis heute gehalten – und bezeichnet nach wie vor das Arbeiten zu sehr später Stunde. Wegen der Coronavirus-Pandemie und der damit einhergehenden rapide ansteigenden Beliebtheit von Homeoffice-Arbeit oder „Remote Work“ verbrannten im vergangenen Jahr mehr Deutsche als zuvor das „Mitternachtsöl“. Einer global durchgeführten Studie des Software-Anbieters Atlassian zufolge gaben 40 Prozent der Befragten an, im Homeoffice länger gearbeitet zu haben als sie es gewohnt sind. Die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben verschwamm, die Work-Life-Balance war gestört. Vielen fiel es plötzlich schwer, Freizeitaktivitäten nach dem Arbeitstag unterzubringen. Das Problem dabei: Zu lange Arbeitszeiten können die Gesundheit beeinträchtigen und Stress fördern.

Das Land der Balancer und Worker

Im internationalen Vergleich kommt Deutschland in Sachen Work-Life-Balance noch gut weg. Wie die OECD berichtet, haben 4,3 Prozent aller Deutschen „sehr lange“ Wochenarbeitszeiten, womit die Bundesrepublik aus 40 untersuchten Ländern auf dem 17. Platz liegt (Russland lag hier auf Platz 1). Die Deutschen nehmen sich wöchentlich 15,6 Stunden für Freizeitaktivitäten und persönliches Wohlbefinden – Platz sieben aus 40 (Platz 1 ging an Italien). Eine passende Work- Life-Balance im Unternehmen einzuführen und konsequent durchzuziehen ist hierbei sowohl Aufgabe des Arbeitnehmers als auch des Arbeitgebers. Dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zufolge bringt das mehrere Vorteile für mit sich. Zunächst einmal für das Unternehmen selbst:

  • Die Produktivität der Beschäftigten steigt
  • Das Unternehmen sichert sich eine nachhaltige Rendite, indem es die Identifikation der Arbeitnehmer mit dem Unternehmen stärkt
  • In der Öffentlichkeit kann das die Akzeptanz für das Unternehmen erhöhen

Und auch national sieht das Bundesministerium Vorteile, flächendeckend eine bessere Work-Life-Balance einzusetzen:

  • Stärkung des Wirtschaftswachstums und Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts
  • Mehr Geburten
  • Mehr Arbeit
  • Stimulierung der Binnennachfrage
  • Senkung der Lohnnebenkosten

„Betriebliche Work-Life-Balance-Maßnahmen zielen darauf ab, erfolgreiche Berufsbiographien unter Rücksichtnahme auf private, soziale, kulturelle und gesundheitliche Erfordernisse zu ermöglichen. Ein ganz zentraler Aspekt in dieser grundsätzlichen Perspektive ist die Balance von Familie und Beruf“, schreibt das BMFSFJ in einer Analyse.

Tipps für eine bessere Work-Life-Balance

Doch wie erreicht man eine bessere Work-Life-Balance? Was können Arbeitnehmer tun, um Arbeit und Freizeit voneinander zu trennen? Wir geben einige Tipps.

1: Der richtige Arbeitsplatz

Ein Tipp für die Arbeit im Homeoffice: Es ist zwar leicht, sich zu Hause einfach irgendwo hinzusetzen – ins Wohnzimmer, in die Küche, vielleicht auf den Balkon – aber ein festgelegter Arbeitsplatz ist laut Atlassian die beste Lösung. So kann der Arbeitnehmer aktiv Feierabend machen, wenn die Arbeitszeit vorüber ist. Wer kein Arbeitszimmer hat, kann damit anfangen, sich einen Platz auszusuchen, diesen freizumachen und dann mit den notwendigen Arbeitsutensilien auszustatten. Um das Ganze ein wenig aufzulockern, eignen sich Farben. Sei es nun ein Bild an der Wand oder eine bunte Kaffeetasse.

2: Bewegung ist alles

Wie wertvoll Bewegung für einen ausgeglichenen Arbeitnehmer ist, hat zum Beispiel Bertelsmann erkannt. Das Unternehmen bietet Sportkurse an, die dabei helfen sollen, die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern. Gesundheit.de rät dazu, nach dem Arbeitstag stets eine Bewegungsphase einzubauen. Ein Dauerlauf reicht schon aus, um Verspannungen zu lösen und Glückshormone auszuschütten.

3: Schritt für Schritt

Das Stichwort ist Monotasking. Studien zufolge gibt es nur sehr selten mal wirkliche Multitasker, der Rest von uns verliert, wenn er seine Aufmerksamkeit auf verschiedene Ziele aufteilen muss, gerne mal etwas aus den Augen. Wer dagegen stets die gesamte Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe richtet und sie Schritt für Schritt abarbeitet, kommt eher voran. Besonders wichtig ist das im Homeoffice, wo ohnehin schon mehr Ablenkungen warten als im Büro. Unternehmer.de zufolge ist es produktiver, sich auf Monotasking zu besinnen, auch wenn der Arbeitsalltag mal geteilte Aufmerksamkeit fordert.

4: „Magst du heute kochen?“

Der Homeoffice-Arbeitende hat damit soeben eine Aufgabe an seine bessere Hälfte delegiert. Das funktioniert ebenso im Office, wenn auch mit anderen Tasks – und ist in manchen Fällen notwendig. Hierbei ist die Kommunikation wichtig. Wer hat noch Spielraum im Tagesablauf, wer hat für diese oder jene Aufgabe schon Vorkenntnisse oder Erfahrung? Wer diese Fragen beantworten und geschickt delegieren kann, sorgt für mehr Produktivität im Unternehmen.

5: Planen erleichtert den Tag

Eine Regel, die vielerlei Anwendung findet. Steht ein Cocktail-Abend mit den Freundinnen an? Oder ein lang ersehntes Fußballspiel? Was sind die wichtigsten Aufgaben für den nächsten Tag, wie verbringe ich meine Freizeit? Wer sich für all diese Dinge schon im Voraus Pläne zurechtlegt und diese auch durchzieht, hat es nicht nur im Arbeitsalltag, sondern auch in der Freizeitgestaltung leichter.

Titelbild: Mariia Korneeva / stock.adobe.com

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Lars-Eric Nievelstein
Hat Kunstgeschichte, Sprache, Kultur und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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