Münchener Verein Versicherungsgruppe

Ask the Cap: Passen BU und Handwerk zusammen?

Über was spricht die Branche? Welche Trends sind aktuell, welche schon out? Wir fragen nach bei einem, der selbst gerne Trends setzt: Dem Versicherungsmakler mit Cap, Patrick Hamacher. Diesmal dreht sich alles rund um die Frage: „Inwiefern passt eine BU noch zum Handwerk?“

Redaktion: Die BU ist nur noch etwas für Akademiker, heißt es oftmals. Wie und warum kann dann eine Handwerker-Berufsunfähigkeitsversicherung funktionieren?

Patrick Hamacher: Während die Beiträge für Neuabschlüsse in den Berufsunfähigkeitsversicherungen für Akademiker in den letzten Jahren immer günstiger wurden, sind die Beiträge für körperlich Tätige meist gestiegen. Und Handwerker sind eben genau das: körperlich tätig.

Dass das Risiko berufsunfähig zu werden bei dieser Personengruppe höher ist als bei „Schreibtischtätern“ wie mir, ist einleuchtend. Und dass deshalb die Beiträge im Vergleich höher sind, ebenfalls.

Während für kaufmännische Berufe jedoch die Psyche auf Platz 1 der BU-Ursachen steht, kommt bei körperlichen Berufen die Psyche erst auf dem vierten Platz. Hier steht der Bewegungsapparat, gefolgt von Unfällen und Krebserkrankungen, an erster Stelle. (Franke & Bornberg Research GmbH 2018)

Daher ist die Überlegung, ein besonderes Augenmerk auf den Bewegungsapparat und Unfälle zu legen, durchaus interessant für Handwerker.

Redaktion: Der MV hat in seiner Tarifüberarbeitung eine kostenlose Wechseloption in den „Aktiv“-Tarif eingebaut: Wer den „Aktiv“-Tarif abschließt und unter 40 Jahre alt ist, hat bei uns ab sofort die Möglichkeit, innerhalb von drei Jahren ohne erneute Gesundheitsprüfung in den „Premium“-Tarif zu wechseln. Kunden können somit bis zu 30 Prozent günstiger Versicherungsschutz erhalten und sich so schon mal ihren Gesundheitsstand sichern. Warum ist das aus Kundensicht wertvoll?

Patrick Hamacher: In jungen Jahren die Gesundheit „einzufrieren“, zumindest im Versicherungssinn, ist sehr sinnhaft. Je älter man wird, umso mehr Zwicken und Zipperlein hat man. Diese können unter Umständen dazu führen, dass man den Zugang zum Versicherungsschutz verwehrt bekommt oder diesen nur mit Ausschlüssen oder Risikozuschlägen erhält, wenn man sich erst später darum kümmert.

Die Möglichkeit mit günstigen Beiträgen, gerade dann, wenn man sich eventuell noch am Anfang seines Berufslebens befindet und entsprechend das Einkommen niedrig ist, einzusteigen, kann von Vorteil sein. Und hier ist natürlich gut, bereits die richtige Absicherungshöhe zu haben. Es bringt im Fall der Fälle nämlich nichts – nur weil man Beiträge sparen wollte – die Höhe der BU-Rente zu niedrig anzusetzen.

Redaktion: In der Beratung mit Deinen Kunden: Ist die BU ein Produkt, über das Aufklärung besteht? Wenn ja, was sind weiße Flecken?

Patrick Hamacher: In meiner täglichen Praxis merke ich, dass sich zwar viele mit dem Thema Berufsunfähigkeit und der Absicherung ihrer Arbeitskraft und dem Einkommensschutz beschäftigen, sie jedoch von der Masse an Informationen im Internet „erschlagen“ werden.

Außerdem ist es – wenn ich in der Erstberatung danach frage – sehr spannend zu hören, wie die Kundinnen und Kunden selbst den Begriff „berufsunfähig“ definieren. Hier ist von vorübergehender Arbeitsunfähigkeit bis „Kopf unter dem Arm tragen“ alles dabei.
Es gibt also sehr viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

Darum frage ich die Kundinnen und Kunden immer, was für sie denn besonders wichtig ist und gegen was sie sich konkret absichern möchten. Wenn ich die Antworten bekommen habe, kommt das Thema der Versicherbarkeit. Erst danach stelle ich die Möglichkeiten vor, die die Versicherungsprodukte bieten.

Optionen, wie Nachversicherungsgarantie, Dynamik oder Beitragsstundung haben die wenigsten gehört. Der Begriff „abstrakte Verweisung“ haben aber fast alle schon gehört.
Hier ist es jedoch auch so, dass nur wenige wissen, was diese tatsächlich bedeutet.

Redaktion: Welche Entwicklung würdest Du Dir generell für die Zukunft der BU wünschen?

Patrick Hamacher: Ich wünsche mir, dass die Berufsgruppen nicht noch weiter granuliert werden und somit die „Lieblingskunden“ der Versicherer (nichtrauchende Akademiker mit Promotion, Einfamilienhaus mit weißem Gartenzaun, zwei Kindern und Hund, nicht körperlich tätig) noch besser eingestuft werden, während andere Berufe dadurch immer mehr durch höhere Beiträge „abgestraft“ werden.

Eine Versicherung zeichnet sich ja dadurch aus, dass allen Teilen der Gesellschaft ein bezahl- und leistbarer Schutz geboten werden kann. Sprich: Alle zahlen in einen Topf – aus dem dann den einzelnen geholfen wird.

Der solidarische Gedanke wird durch die Rosinenpickerei und immer größer werdende Selektion ad absurdum geführt. Außerdem wünsche ich mir, dass Versicherer mehr für die Prävention tun. Also Hilfestellung und Unterstützung bieten, damit es erst gar nicht zu einem Versicherungsfall kommt.

Titelbild: © Patrick Hamacher

Stephanie Gasteiger
Stephanie Gasteiger
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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