Münchener Verein Versicherungsgruppe

Wenn nicht der Chef entscheidet – wie interne Verbündete den Weg ebnen

Im ersten Teil haben wir gezeigt, wie Vermittler über echte Schmerzpunkte ins Gespräch mit Unternehmen kommen – ob durch Fachkräftemangel, hohe Krankenstände oder fehlende Bindung. Immer im Fokus: die betriebliche Altersversorgung (bAV), die betriebliche Krankenversicherung (bKV) und ergänzende Lösungen, die dem Unternehmen helfen, seine Mitarbeitenden zu sichern und sich im Wettbewerb zu behaupten.

Doch der Weg zur Entscheidung führt nicht immer direkt über die Geschäftsführung. In vielen Fällen öffnen interne Schlüsselpersonen die Türen – etwa in der HR-Abteilung, im Gesundheitsmanagement oder im Betriebsrat. Sie denken im Alltag oft näher an der Belegschaft, suchen nach praktischen Lösungen und sind offen für neue Ansätze, wenn diese spürbaren Nutzen stiften.

Wie Makler diese internen Mitstreiter gezielt ansprechen, worauf es bei der Argumentation ankommt und wie aus einem ersten Gespräch eine tragfähige Vorsorgestrategie entsteht – genau darum geht es jetzt.

Kooperationen nutzen: Steuerberater und Lohnbüros als Multiplikatoren

Wer ins Unternehmen will, braucht nicht immer einen direkten Zugang zur Geschäftsführung. Häufig führen die besten Wege über bestehende Vertrauensverhältnisse. Und genau hier bieten sich Kooperationspartner wie Steuerberater, Lohnbüros oder Unternehmensberater an. Sie sind oft Türöffner, weil sie über fachliche Nähe, langjährige Mandatsbeziehungen und hohes Vertrauen verfügen.

Doch solche Kooperationen entstehen nicht durch Visitenkarten, sondern durch gegenseitigen Mehrwert. Wer diesen aktiv schafft, wird nicht nur empfohlen, sondern dauerhaft eingebunden.

Warum Steuerberater & Co. offen für Kooperationen sind, wenn man es richtig macht

Viele Steuerkanzleien und Abrechnungsbüros stehen vor einem Dilemma: Sie sehen bei ihren Mandanten klare Versorgungsdefizite, aber ihnen fehlen Zeit, rechtliche Sicherheit oder spezialisierte Ressourcen, um diese Themen eigenständig zu beraten.

Hier entsteht der ideale Kooperationsansatz: „Ich übernehme das Vorsorge- und Versicherungsthema für Ihre Mandanten: in Ihrem Namen, auf Ihrer Vertrauensbasis, mit Ihrem fachlichen Backup.“

Das funktioniert aber nur, wenn der Nutzen für den Partner klar, konkret und umsetzbar ist:

Erweiterung des eigenen Beratungsangebots ohne Mehraufwand
Die Kanzlei kann das Thema bAV, bKV oder GGF-Versorgung mit aufnehmen, ohne selbst fachlich tief einzusteigen.

Mandantenbindung durch ganzheitliche Beratung
Wer Zukunftsthemen wie Versorgung, Liquidität im Notfall oder steueroptimierte Altersvorsorge anspricht, wird zum strategischen Begleiter, nicht bloß zum Zahlenschubser.

Vermeidung von Haftungsrisiken
Gerade in der bAV kann falsche oder unterlassene Beratung zu Nachteilen für den Mandanten führen oder zur Haftung des Beraters. Ein professioneller Makler entlastet hier sichtbar.

Imagegewinn durch proaktive Betreuung
Wenn ein Steuerberater vorausschauend für Sicherheit im Unternehmen sorgt, stärkt er seine Position und differenziert sich im Wettbewerb.

Zusätzlicher Kontaktpunkt mit Mandanten
 Gemeinsame Veranstaltungen, Check-ups oder Infomails stärken den Draht zum Mandanten und schaffen neue Gesprächsanlässe.

Man muss nicht immer allein durchs große Firmentor. Steuerberater, Lohnbüros und Unternehmensberater sind enge Vertraute der Geschäftsleitung. Wer hier als verlässlicher Experte platziert ist, wird weiterempfohlen.

Check statt Pitch: Mit kostenlosen Analysen Mehrwert bieten

Viele Unternehmen haben bereits bAV-Verträge, aber kaum ein Chef weiß, ob diese sauber aufgesetzt oder steuerlich optimal sind. Das schafft eine perfekte Gesprächssituation. Das sind Möglichkeiten und Anlässe für einen ersten kostenlosen Check:

  • bAV-Bestand: Prüfung auf Rechtskonformität und Optimierungspotenzial
  • bKV-Bedarfsanalyse: Was würde das Team wirklich nutzen?
  • GGF-Absicherung: Lücken in Invaliditäts- oder Todesfallregelungen
  • Notfallplan für den Chef: Wer darf handeln, wenn er es selbst nicht mehr kann?

Den Check am besten mit einem festen Termin verbinden („30 Minuten Unternehmensschutz“). Und dann gilt: keine Verkaufspräsentation, sondern echte Analyse.

Interne Verbündete finden: HR, Betriebsrat & Gesundheitsmanagement als Türöffner

Gerade bei größeren oder strukturierten Unternehmen führt der direkte Weg ins Chefbüro oft ins Leere: zu wenig Zeit, zu viele Anfragen, zu viel Delegation. Wer das Thema betriebliche Vorsorge erfolgreich positionieren will, sollte wissen: Es gibt Türen, die schneller aufgehen.

In vielen Fällen sind es interne Funktionsträger, die für neue Lösungen empfänglich sind: HR-Verantwortliche, Mitglieder des Betriebsrats oder Gesundheitsmanager. Diese Zielgruppen denken in Mitarbeiterbindung, Gesundheitsförderung und Arbeitsklima und damit in genau den Kategorien, die bKV, bAV oder Pflegezusatzversicherungen stärken.

Warum diese Gruppen so wertvoll sind

Diese internen Ansprechpartner haben ein hohes Problembewusstsein, direkten Draht zur Belegschaft und oft einen klar definierten Auftrag: das Unternehmen als attraktiven, fürsorglichen und gesunden Arbeitgeber weiterzuentwickeln. Sie sind keine „Produktsucher“, aber sie sind auf der Suche nach praktischen Lösungen, die im Alltag funktionieren, das Betriebsklima verbessern und echten Nutzen für die Mitarbeitenden stiften.

Die HR-Abteilung denkt etwa in Kategorien wie Arbeitgeberattraktivität, Mitarbeiterbindung und professionelles Onboarding. In einem Arbeitsmarkt, in dem qualifizierte Bewerber Mangelware sind, suchen HR-Verantwortliche gezielt nach Benefits, mit denen sich das Unternehmen positiv abhebt, etwa durch bKV-Leistungen ab dem ersten Tag oder eine arbeitgeberfinanzierte Altersversorgung.

Der Betriebsrat wiederum hat einen anderen Fokus: soziale Absicherung, Gerechtigkeit und Fürsorge stehen im Mittelpunkt. Hier ist die kollektive Wirkung entscheidend. Es geht nicht um Einzelverträge, sondern um faire Angebote für die gesamte Belegschaft. Wer hier Beteiligung ermöglicht und transparente Prozesse anbietet, trifft auf Offenheit und oft sogar Unterstützung bei der Umsetzung.

Im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) liegt der Fokus auf der Reduktion von Krankenständen, der Förderung psychischer und physischer Gesundheit und der Integration sinnvoller Präventionsmaßnahmen. BGM-Verantwortliche suchen nach Bausteinen, die sich in bestehende Programme integrieren lassen, idealerweise mit messbarem Effekt. Die betriebliche Krankenversicherung, ein digitales Gesundheitsbudget oder Angebote zur Pflegeabsicherung sind hier besonders wirksam, weil sie gleichzeitig gesundheitliche Vorsorge und emotionale Wertschätzung vermitteln.

Diese drei Gruppen bieten also unterschiedliche Einstiegspunkte, aber eine gemeinsame Chance: Sie denken mit dem Herzen bei den Mitarbeitenden und öffnen die Türen für nachhaltige Vorsorgelösungen. Wer hier überzeugend auftritt, wird zum gefragten Partner im Hintergrund.

Wie man diese Gruppen strategisch anspricht

Ein Fehler vieler Vermittler: Sie gehen mit Tarifmerkmalen, Leistungsübersichten oder dem Wort „Versicherung“ ins Gespräch. Das schreckt eher ab. Erfolgreich ist, wer aus Sicht der Zielgruppe argumentiert:

  • „Wie gut sind Ihre Mitarbeitenden im Pflegefall abgesichert?“
  • „Wie helfen Sie jungen Kollegen bei der privaten Gesundheitsvorsorge?“
  • „Was kostet es Ihr Unternehmen, wenn ein Mitarbeiter aufgrund psychischer Belastung mehrere Wochen ausfällt?“

Der Schlüssel liegt im Nutzen für die Belegschaft und nicht im Produktvorteil für den Arbeitgeber.

Gerade, wenn man es mit einem Betriebsrat zu tun hat, ist Partizipation Pflicht. Deshalb ist ein sanfter Einstieg über Pilotprojekte, Umfragen oder Workshops oft wirksamer als ein sofortiger Vorschlag zur Vertragsumsetzung. Eine mögliche Strategie: „Wir machen eine freiwillige, anonyme Mitarbeiterbefragung zur Gesundheitsvorsorge und stellen die Ergebnisse kostenfrei zur Verfügung. Daraus entwickeln wir gemeinsam passende Maßnahmen”. Das zeigt Dialogbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und bringt alle ins Boot.

Diese Zielgruppen denken im Alltag oft sehr prozessorientiert: Wie viel Aufwand entsteht? Wer informiert die Mitarbeitenden? Wie läuft die Kommunikation?

Wer hier professionelle Begleitung bietet, hebt sich ab:

  • Erstellung von Infoflyern oder Intranettexten
  • Organisation von Mitarbeitersprechstunden (online oder vor Ort)
  • Entwicklung eines Benefit-Fahrplans: Was bringen wir wann und wie ins Unternehmen?

Erfolgreich ist, wer nicht nur Lösungspartner ist, sondern Umsetzungspartner.

Strategisches Vorgehen schlägt Produktwissen

Wer das Thema betriebliche Vorsorge erfolgreich ins Unternehmen tragen will, muss sich von der Rolle des Produktverkäufers verabschieden. Entscheidend ist die Haltung: Man tritt als Problemlöser auf, als Sparringspartner für Sicherheit, Gesundheit und Zukunftsfragen. Die Kombination aus emotionaler Ansprache, strategischem Vorgehen und fachlicher Tiefe schafft Vertrauen und öffnet Türen, die lange verschlossen blieben.

Beitragsbild: ©Jacob Lund

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