„Die Menschen im Unternehmen machen es zu dem, was es ist“, stellt Joachim Rahn, Leiter Maklervertrieb, klar. Doch wer genau steckt hinter dem Münchener Verein? Hier stellen wir Euch unsere „Vereinsmitglieder“ vor. Diesmal: Peter Bauer, seit dem 15. Februar 2025 neuer IT Vorstand des Münchener Verein. Mit seiner Erfahrung aus Telekommunikation, Beratung und Gesundheit-Start-ups bringt er einen spannenden Blickwinkel in die Versicherungswelt – und hat klare Vorstellungen davon, wie Technologie, Sicherheit und Kundennähe zusammenspielen müssen.
Redaktion: Peter, seit wann bist Du beim Münchner Verein und was sind Deine Aufgaben?
Peter Bauer: Ich bin seit dem 15. Februar 2025 beim Münchener Verein. Als IT-Vorstand verantworte ich die Bereiche Informationstechnologie, Informationssicherheit und Business Services. Mein Fokus liegt dabei auf der digitalen Transformation sowie dem stabilen und sicheren Betrieb unserer IT-Landschaft.
Redaktion: Wie bist Du überhaupt in die Versicherungsbranche gekommen – und letztlich zum Münchener Verein?
Peter Bauer: Ursprünglich habe ich Elektrotechnik studiert und bin über Umwege in die Branche gerutscht. Mein erster Job war bei einem Unternehmen im Bereich Telekommunikation und Netzwerke. Von dort ging es zu Siemens und abends arbeitete ich zusätzlich für ein Start-up im Gesundheitsbereich, das digitale Dienstleistungen für Versicherungen anbot.
Dort haben wir Coaching-Programme für chronisch kranke Patienten, etwa Diabetiker oder Herzinsuffizienz-Patienten, entwickelt. Diese Services haben wir den Versicherern für ihre Versicherten angeboten. Das war mein Einstieg.
Über weitere Stationen, unter anderem als Berater für die Münchener Rück, mit einem Auslandseinsatz in Abu Dhabi, bin ich schließlich durch einen Headhunter auf den Münchener Verein aufmerksam geworden. Und die Aufgabe hier hat mich sofort gereizt.
Redaktion: Du hast das Thema digitale Transformation bereits angesprochen. Wie erklärst Du diesen Begriff jemandem, der nicht aus der IT kommt?
Peter Bauer: Im Kern bedeutet digitale Transformation, dass Prozesse, die früher manuell oder telefonisch abliefen, heute durch Technologie unterstützt oder automatisiert werden.
Aber entscheidend ist: Technik allein reicht nicht. Es geht darum, Fachwissen und Technologie sinnvoll zusammenzubringen. Dafür braucht es Menschen, die Prozesse verstehen und Menschen, die diese Technik beherrschen. Nur gemeinsam entsteht eine gute Lösung, für Mitarbeitende genauso wie für unsere Kunden.
Redaktion: Welche IT-Strategie verfolgt der Münchener Verein dabei?
Peter Bauer: Wir arbeiten mit einer klaren Zielarchitektur, vergleichbar mit einem Bauplan. Wenn man ein Haus baut, muss man wissen, wofür es gedacht ist. Genauso ist es in der IT: Wir definieren, wie unsere künftige Systemlandschaft aussehen soll, und wählen dafür skalierbare, wartungsfreundliche Technologien aus.
Bezüglich Technologien gibt es viele gute Entwicklungen im Bereich cloudbasierte Technologien und KI. Für die cloudbasierten Themen sind das Vorbild die großen Anbieter AWS, Microsoft und Google Cloud. Diese beweisen täglich, wie man skalierbare Infrastrukturen und Services basierend auf Open Source und gültigen Best Practice Standards aufbaut und modern betreiben kann. Man kann diese Marktstandards für sich nutzen und anpassen, um skalierbar zu sein, kostengünstig zu arbeiten und Attraktivität für junge Mitarbeitende im Bereich IT zu erlangen. Diese wollen mit diesen modernen Technologien im Betrieb und der Entwicklung arbeiten.
Redaktion: Ein weiteres wichtiges Thema: Wie gewährleisten Du und Dein Team Sicherheit und Datenschutz?
Peter Bauer: Als Krankenversicherer arbeiten wir mit besonders sensiblen Daten. Der Schutz dieser Informationen hat bei uns oberste Priorität. Datenschutz ist bei uns in jedem Prozess mitgedacht, von der Systementwicklung über den Betrieb bis hin zur Kommunikation mit Kunden und Partnern.
Wir prüfen immer: Haben wir die Berechtigung, Daten zu nutzen und zu verarbeiten? Falls nicht, holen wir aktiv die Einwilligung ein. Transparenz ist hier das A und O.
Redaktion: Gibt es abgesehen von den Berechtigungen noch besondere Schwierigkeiten beim Thema Datenschutz?
Peter Bauer: Eine neue regulatorische Vorgabe ist der Digital Operational Resilience Act, kurz DORA. Die EU fordert damit, dass Unternehmen IT-Risiken nicht nur erkennen, sondern auch vorausschauend managen.
Für uns ist das kein Nachteil. Im Gegenteil: Es entspricht ohnehin den Grundsätzen moderner IT. Wir setzen DORA sukzessive um, sowohl organisatorisch als auch technisch. Damit schaffen wir eine stabile, widerstandsfähige Infrastruktur für die Zukunft.
Redaktion: Gibt es Beispiele aus andere Industrien, wo die Versicherungsindustrie sich etwas abschauen kann und wir für den MV etwas nutzen könnten?
Peter Bauer: Ein gutes Beispiel ist der Logistikbereich. Bei einem Paket weiß ich jederzeit, wo es sich befindet. Diese Transparenz schafft Vertrauen und genau das streben wir auch beim MV an. Wenn Kunden jederzeit wissen, wo ihr Antrag steht oder welche Schritte als Nächstes folgen, reduziert Rückfragen und verbessert die Servicequalität.
Redaktion: Das klingt, als könnte das auch einen Mehrwert für Makler darstellen.
Peter Bauer: Für Makler ist besonders spannend, was im Hintergrund passiert: Welche Daten sind verfügbar? Welche Vorgänge laufen gerade? Wenn ein Makler sieht, dass ein Kunde bereits bestimmte Produkte hat und wenn der Kunde zustimmt können daraus konkrete Empfehlungen entstehen.
Gleichzeitig kann der Makler dem Kunden gezielter Auskunft geben, etwa zum Bearbeitungsstand eines Antrags. Das spart Zeit, schafft Vertrauen und stärkt die Partnerschaft zwischen Makler und Versicherer.
Titelbild: © Münchener Verein
Meine Entscheidungen sollen über Jahrzehnte hinweg unsere Verpflichtungen erfüllen


